Umsetzung CO2-Monitoring - Laseroptische Vor-Ort-Kalibrierungen von Durchfluss-Sensoren

Für das CO2-Monitoring gelten für die relevanten Messgeräte spezielle Anforderungen. Dementsprechend setzt sich die anzugebende Messunsicherheit aus der Unsicherheit des Messgerätes selbst, den Unsicherheiten bei der Kalibrierung und weiteren Unsicherheiten, die sich aus dem Einsatz des Gerätes in der Praxis resultieren, zusammen. Die Messunsicherheit eines Gerätes kann nach der Monitoring-Verordnung (MVO) der Deutschen Emissionshandelstelle (DEHSt) auf zwei verschiedene Arten angegeben werden:

1. Vereinfachte Messunsicherheit: Diese kann verwendet werden, wenn das Gerät nachweislich der Kontrolle des gesetzlichen Messwesens unterliegt. In diesem Falle gilt die jeweilige Verkehrsfehlergrenze als Messunsicherheit.

2. Kalibrierwert mit Anpassungsfaktor: Trifft der Fall 1. nicht zu, ist der maximal zulässige Fehler des Gerätes beim Einsatz in der Praxis (!) maßgeblich oder die Messunsicherheit bei der Kalibrierung (z. B. beim Hersteller) mit einem konservativem Anpassungsfaktor (für den Einsatz unter Betriebsbedingungen) zu versehen.

Weiterhin muss der Betreiber der Messgeräte zur Qualitätssicherung ein Verfahren einsetzen, welches die Kalibrierung, Justierung und Prüfung der Messinstrumente in regelmäßigen Intervallen auf Basis von möglichst internationalen Standards absichert.

Um diese Anforderungen umzusetzen, haben die STADTWERKE FLENSBURG im November 2013 drei Ihrer großen Durchflusssensoren für die Wärmemessung unter Vor-Ort-Bedingungen durch die Firma OPTOLUTION Messtechnik GmbH kalibrieren lassen. Durch das eingesetzte zertifizierte und hochgenaue laseroptische Verfahren konnten die Energieströme des Heizkraftwerks exakter bestimmt werden. Für die Vorbereitung und Durchführung der Messungen musste die Versorgung der Abnehmer mit Fernwärme nicht unterbrochen werden.

Für den Nachweis der Kalibrierung wurden vom TÜV Rheinland die entsprechenden Zertifikate ausgestellt. Dieses Jahr sollen diese Zertifikate dann im Rahmen des CO2-Monitorings an die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) übermittelt werden, um den Anforderungen der MVO gerecht zu werden.

Die STADTWERKE FLENSBURG zählen im Bereich Fernwärme zu den größten und preisgünstigsten Fernwärmeversorgern Deutschlands. 98% aller Flensburger erhalten ihre Fernwärme von den Stadtwerken. Die Energie wird umweltschonend per Kraft-Wärme-Kopplung im Heizkraftwerk direkt an der Flensburger Förde erzeugt. Im Rahmen des Projektes greenco2ncept will der Energieversorger bis zum Jahr 2050 CO2-neutral produzieren.

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Dr. Ulrich Müller